Hunde sind, obwohl sie Nachkommen der Wölfe sind, Allesfresser. Eine ausgewogene pflanzliche Ernährung kann Hunden tatsächlich zugutekommen. Das sagt sogar Lisa Kainz, Fachreferentin für Tiere in der Ernährungsindustrie bei PETA. Insbesondere Hunde mit allergischen Reaktionen auf tierische Substanzen können von einer Umstellung auf pflanzliches Tierfutter profitieren.

Im Folgenden präsentieren wir 11 Punkte, die laut PETA beachtet werden sollten, bevor man mit der vegetarischen oder veganen Hundeernährung beginnt. Anschließend werden wir die Frage klären, ob auch Katzen von einer fleischlosen Ernährung profitieren können.

  1. Schrittweise Umstellung

Hunde sollten langsam an die neue Ernährung gewöhnt werden, um ihrem Darm Zeit zur Anpassung an die neue Futterzusammensetzung zu geben. Es empfiehlt sich, den pflanzlichen Anteil allmählich von Tag zu Tag zu erhöhen, bis die Futterumstellung nach etwa zwei Wochen abgeschlossen ist. In den ersten Wochen kann es zu größeren Kotmengen kommen, was jedoch kein Grund zur Sorge ist.

  1. Unterschiedliche Geschmäcker bei Hunden

Wie beim Menschen gibt es auch bei Hunden Individuen, die alles gerne essen, und solche, die selektiver sind. Es ist ratsam, verschiedene Varianten auszuprobieren und die Konsistenz der Mahlzeiten zu variieren. Einige Hunde bevorzugen pürierte Nahrung, während andere grobe Stücke bevorzugen.

  1. Gesundes pflanzliches Eiweiß

Hunde können nahezu alle Nährstoffe problemlos aus Pflanzen aufnehmen, einschließlich Eiweiß. Gekochte Linsen, Erbsen oder Lupinen haben sich dabei besonders bewährt. Auch Vollkornnudeln, Kartoffeln und Reis sind beliebt bei Vierbeinern.

  1. Obst und Gemüse für Hunde

Neben den klassischen Apfel- und Karottensorten mögen viele Hunde auch Rote Beete, Spinat, Kürbis, Bananen oder Beeren.

  1. Energiequelle Nüsse

Nüsse, Samen und Sprossen liefern reichlich Energie – und Hunde können davon ebenfalls profitieren. Hundehalter können Sprossen wie Alfalfa, Quinoa oder Radieschen selbst ziehen und unter das Futter mischen. Viele Hunde genießen auch ganze Nüsse als Snack oder knabbern gerne an einer Karotte. Haselnüsse, Walnüsse, Sonnenblumenkerne, Kürbiskerne und Leinsamen enthalten wertvolle Inhaltsstoffe, die den Speiseplan bereichern. Mandeln sollten aufgrund ihres Blausäuregehalts vermieden werden.

Beachte: Macadamianüsse sind hochgiftig für Hunde!

  1. Kräuter im Hundefutter

Kräuterpflanzen wie Löwenzahn, Brennnessel oder Petersilie sind nicht nur für die Gesundheit von Menschen gut, sondern können auch in pürierter Form dem Hundefutter eine grüne Note verleihen.

  1. Vegetarische und vegane Leckerlis

Kauknochen gehören der Vergangenheit an. Viele Hunde nagen zur Abwechslung gerne an rohen Süßkartoffeln, naschen etwas Räuchertofu oder beschäftigen sich mit einer Torgawurzel.

  1. Fertigfutter für Hunde

Heutzutage gibt es in Fachgeschäften und Online-Shops eine große Auswahl an rein pflanzlichem Alleinfutter oder Leckerlis. Falls man sich nicht zutraut, die Mahlzeiten für den Hund komplett selbst zuzubereiten, kann man auf diese tier- und umweltfreundlichen Alternativen zurückgreifen.

  1. Ausreichend Flüssigkeitszufuhr

Viele Hunde nehmen zu wenig Flüssigkeit auf oder trinken lieber aus Pfützen als aus dem Napf zu Hause. Man kann das langweilige Wasser mit einem Schuss Hafer- oder Reisdrink oder etwas gekochter Gemüsebrühe aufpeppen. Manche Hunde bevorzugen abgestandenes Wasser, während andere mehrmals täglich frisches Wasser benötigen. Der Standort oder das Material des Napfes können ebenfalls das Trinkverhalten beeinflussen, ähnlich wie beim Essen.

  1. Gesunde Öle für glänzendes Hundefell

Eine kleine Menge Öl (abhängig vom Gewicht des Hundes) über dem Futter verbessert oft die Haut- und Fellgesundheit der Vierbeiner und verleiht ihnen ein glänzendes Fell. Beliebte Optionen sind Leinöl, Hanföl, Distelöl oder Schwarzkümmelöl.

  1. Gesundheitscheck vor der Futterumstellung

Wenn man unsicher ist, ob bestimmte Lebensmittelprodukte aufgrund von Vorerkrankungen, Allergien oder ähnlichen Problemen für den Hund geeignet sind, sollte man vor der Futterumstellung einen Tierarzt aufsuchen.

Bitte beachte, dass eine ausgewogene Ernährung für Hunde immer gewährleistet sein sollte, unabhängig davon, ob sie pflanzlich oder fleischbasiert ist. Es ist wichtig, die individuellen Bedürfnisse und Reaktionen des Hundes zu berücksichtigen und im Zweifelsfall einen Tierarzt zu Rate zu ziehen.

Ist es möglich, selbst vegetarisches/veganes Futter für meinen Hund zuzubereiten?

Wenn Sie das Futter für Ihren Hund selbst zubereiten möchten, ist es wichtig, darauf zu achten, dass alle notwendigen Nährstoffe in ausreichender Menge und Qualität enthalten sind. Es kann hilfreich sein, Nahrungsergänzungsmittel zur Sicherheit einzusetzen. Zusätzlich sollten Hundebesitzer stets darauf achten, dass ihr Hund ausreichend mit Wasser versorgt ist.

Die genaue Zusammensetzung der einzelnen Nahrungskomponenten hängt von Faktoren wie Größe, Gewicht und individuellen Bedürfnissen des Hundes ab. Es ist ratsam, sich ausführlich in Fachpublikationen zur veganen Hundeernährung zu informieren. Wichtig ist auch, dass der Hund nicht zum Essen gezwungen wird, wenn ihm etwas nicht schmeckt, und niemals hungern gelassen wird.

Wenn Sie auf der Suche nach hausgemachter Erfrischung für heiße Tage sind, finden Sie hier drei Rezepte für leckeres Hundeeis, wobei zwei davon vegetarisch sind.

In welchen Fällen sollte man seinem Hund nicht-veganes Futter geben?

Wenn ein Hund erkrankt und eine spezielle Diätfuttermittel empfohlen wird, ist es wichtig, eine fachliche Futterberatung oder den Tierarzt zu konsultieren. Falls es nicht möglich ist, die benötigte Diät selbst zuzubereiten, muss die Ernährung entsprechend umgestellt werden. Ebenso sollte die Ernährung während der Schwangerschaft und Laktation der Mutterhündin in Absprache mit dem Tierarzt angepasst werden.

Tierärzte äußern Bedenken

Die Meinung der Tierärzte zu rein pflanzlicher Hundeernährung ist kritisch. Britte Dobenecker, eine Veterinärmedizinerin am Lehrstuhl für Tierernährung der Universität München, betrachtet eine solche Ernährung zwar nicht als unmöglich, aber auch nicht als empfehlenswert. Sie äußert sich gegenüber „Süddeutsche.de“ folgendermaßen: „Ich frage mich, ob es unbedingt nötig ist, das auszuprobieren. Der Halter muss sich dann jedenfalls viel mehr Gedanken machen.“

Darüber hinaus empfiehlt die Tierärztin regelmäßige tierärztliche Untersuchungen. Sie warnt auch vor selbstgekochtem Hundefutter, da hier die Gefahr einer unausgewogenen Zusammensetzung besonders hoch ist. Obwohl vegetarisches Fertigfutter keine Garantie für eine gesunde Ernährung bietet, gibt es laut Dobenecker unter den zahlreichen Angeboten viele Produkte von guter Qualität.

Bild von meineresterampe auf Pixabay

Die Umstellung auf eine vegetarische oder vegane Ernährung bei Katzen gestaltet sich im Vergleich zu Hunden als schwieriger. Katzen sind trotz ihrer Domestikation nach wie vor reine Fleischfresser. Jana Hoger, eine Fachreferentin im Bereich Tierische Mitbewohner, betont die Bedeutung einer ausgewogenen veganen Katzenernährung, bei der alle Nährstoffe in ausreichender Menge und Qualität vorhanden sein sollten.

Besonders bei Katzen, die bereits an fleischhaltige Nahrung gewöhnt sind, kann es zu Problemen kommen. Dies betrifft beispielsweise Katzen aus Tierheimen, die über Jahre hinweg ausschließlich fleischhaltiges Futter erhalten haben. In solchen Fällen wird vegane Kost oft nicht akzeptiert und kann auf Ablehnung stoßen.

Ein weiteres Hindernis liegt darin, dass veganes Katzenfutter oft nur in Form von Trockenfutter erhältlich ist. Die ausschließliche Fütterung von Trockenfutter birgt das Risiko, dass Katzen nicht ausreichend Flüssigkeit aufnehmen, was ihre Anfälligkeit für Nierenerkrankungen erhöhen kann.

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die Umstellung auf eine vegane Ernährung für Katzen besondere Herausforderungen mit sich bringt. Es ist ratsam, sich vorab gründlich über die möglichen Risiken und Lösungen zu informieren und im Zweifelsfall tierärztlichen Rat einzuholen.

In diesem Zusammenhang sei das bekannte Zitat von Francis of Assisi erwähnt: „Wenn du Menschen Tiere schlachten siehst, dann wirst du Menschen Tiere schlachten sehen. Die Tierwelt existiert für sich. Die Tiere existieren für sich und nicht für den Menschen.“ Es verdeutlicht die unterschiedlichen Ernährungsbedürfnisse und Lebensweisen von Katzen im Vergleich zu Menschen.

WICHTIG

Es ist von großer Bedeutung zu betonen, dass keine Katze und kein Hund zu einer pflanzlichen Ernährung gezwungen werden sollten, wenn sie diese nicht akzeptieren. Die Akzeptanz und Verträglichkeit des Futters stehen an erster Stelle, um die Gesundheit und das Wohlbefinden der Tiere zu gewährleisten.

Es ist wichtig zu verstehen, dass Katzen und Hunde unterschiedliche Ernährungsbedürfnisse haben und dass ihre natürlichen Instinkte und physiologischen Merkmale berücksichtigt werden müssen. Insbesondere bei Katzen, die reine Fleischfresser sind, sollte die Nahrungsauswahl sehr sorgfältig abgewogen werden.

Zwingt man ein Tier zu einer pflanzlichen Ernährung, für die es keine Akzeptanz zeigt, können ernsthafte gesundheitliche Probleme auftreten. Es ist daher unerlässlich, die Vorlieben und Bedürfnisse des individuellen Tieres zu respektieren und eine Ernährung zu wählen, die seinen natürlichen Bedürfnissen entspricht.

Dieser Aspekt unterstreicht die Dringlichkeit, Tiere nicht zu einer pflanzlichen Ernährung zu zwingen, wenn sie diese nicht annehmen. Das Wohlbefinden und die Gesundheit unserer Haustiere sollten immer im Vordergrund stehen und eine artgerechte Ernährung gewährleisten.

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